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Freitag, 12. Juni
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Podiumsdiskussion
Moderator: Volker Weichsel (DE)
Speakers: Giga Zedania (GE)
Dubravka Stojanović (RS)
Zsófia Bán (HU)Ilia-Universität, 32 Ilia Chavchavadze Avenue
MehrEine Podiumsdiskussion zur Meinungsfreiheit. In ganz Europa werden grundlegende demokratische Freiheiten untergraben. Auch die akademische Freiheit ist davon betroffen. Ob wirtschaftlicher oder politischer Druck, Strukturreformen oder die Bevorzugung von »anwendbarem Wissen« gegenüber »kritischem Denken«, Schulen und Universitäten sind Angriffen ausgesetzt. Georgische und internationale Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler werden die aktuellen Bedrohungen und ihre historischen Hintergründe beleuchten. Gibt es Strategien zur Verteidigung des Bildungssystems?
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Einführung: Nino Doborjginidze (GE)
- Verleihung der Ehrendoktorwürde an Karl Schlögel durch die Ilia-Universität
- Keynote von Karl Schlögel
Der Historiker und Träger des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels, Karl Schlögel, spricht darüber, wie der Zusammenbruch des Sowjetimperiums, aber auch die russischen Kriege gegen die Ukraine und Georgien eine radikale Neubewertung und Neukonzeption der europäischen Geschichte und der Gegenwart erfordern. Nicht als Abrechnung, sondern um der Wahrheit näher zu kommen.
Ilia Staatsuniversität, 32 Ilia Chavchavadze Avenue
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Podiumsdiskussion
Podium:
Moderator: Zaal Andronikashvili (DE/GE)
Speakers: Karl Schlögel (DE)
Peter Englund (SE)
Nutsa Batiashvili (GE)Ilia-Universität, 32 Ilia Chavchavadze Avenue
MehrWas bedeuten Dekolonisierung und Neuorientierung für Osteuropa und den postsowjetischen Raum? In den letzten Jahren hat sich zunehmend die Erkenntnis durchgesetzt, dass Russlands Kolonialgeschichte und seine fortwährenden imperialen Praktiken aufgearbeitet werden müssen. Eine hochkarätig besetzte, internationale Historikerrunde analysiert, wie dieser politische und kulturelle Imperialismus zu verstehen ist und welche historischen Entwicklungen er ausgelöscht oder an den Rand gedrängt hat. Was geschieht, wenn die Kulturen Osteuropas nicht länger als zweitrangig gegenüber denen Russlands oder Westeuropas betrachtet, sondern als wesentliche Bestandteile der europäischen Geschichte anerkannt werden?
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Samstag, 13. Juni
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Von einem Rednerpult in der georgischen Hauptstadt wendet sich eine europäische intellektuelle Persönlichkeit an ein lokales und internationales Publikum. Europa ist für viele Menschen – besonders aus der vermeintlichen Peripherie betrachtet – nicht nur ein geopolitischer Akteur, sondern ein Symbol für Freiheit, Gerechtigkeit und Würde. Zugleich steht Europa angesichts der wachsenden Distanz zu einem alten und wichtigen Partner wie den USA, der Bedrohung durch Russland sowie des Erstarkens eines lauten Nationalismus vor der Aufgabe, sich neu zu definieren. Vielleicht ist gerade Georgien, das seit Jahrhunderten imperialen Bedrohungen ausgesetzt war und dennoch immer wieder die Kraft zum Aufbruch gefunden hat, ein guter Ort, den eigenen Weg Europas zu überdenken.
Ilia-Universität, 32 Ilia Chavchavadze Avenue
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Tiflis 2026
Im Juni 2026 versammelt die »Tiflis-Debate on Europe« Persönlichkeiten aus Literatur, Wissenschaft und Journalismus, um über Freiheit, Geschichte und Demokratie zu diskutieren. Von Georgien aus betrachtet: Was steht für Europa auf dem Spiel?
Heute gibt es in Europa kaum eine andere Stadt, in der europäische Werte – darunter Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und persönliche Freiheiten – so heftig angegriffen und gleichzeitig so vehement verteidigt werden wie in Tiflis. Seit dem Jahr 2022, nach Russlands großangelegtem Einmarsch in die Ukraine, erlebt Georgien einen anhaltenden Kampf zwischen autoritären und demokratischen Kräften – eine Auseinandersetzung, in der der Name und die Idee Europas unaufhörlich beschworen und zugleich infrage gestellt werden.
In dieser Situation will »Debates on Europe« ein starkes Zeichen der Solidarität mit jenen Personen und Institutionen setzen, die in Georgien für die demokratischen Grundrechte eintreten.
Vom 12. bis 13. Juni wird Tiflis zum Ausgangspunkt einer Neubetrachtung Europas. In Debatten, Vorträgen und Begegnungen wird die Geschichte und die Zukunft des Kontinents von seinen oft übersehenen Rändern aus erörtert. Internationale Fachleute kommen mit ihren georgischen Kollegen ins Gespräch. Hauptziel der »Tiflis-Debate on Europe« ist es, über die Ideen und Werte zu diskutieren, die Europa im Laufe seiner langen Geschichte geprägt haben, und zu verstehen, welche Rolle Georgien in der europäischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft gespielt hat und weiterhin spielen kann.
Programm
Die Veranstaltungen finden auf Englisch und Georgisch statt. Der Eintritt ist frei.